Ich habe in diesem Jahr wieder an der über Ostern stattfindenen Veranstaltung des CCC, dem Easterhegg, teilgenommen. Da der Veranstaltungsort in geraden Jahren immer an einen anderen ERFA vergeben wird, reiste ich zu diesem Zweck nach München.
Da ich im letzten Jahr auch als Engel tätig war, hatte ich mich entschlossen mich und meine Freundin ebenfalls wieder dafür anzumelden. Zudem hatte ich den Chaos München schon einmal besucht und kannte daher einige Leute.
Lange Rede kurzer Sinn: Einiges ist bereits schiefgelaufen und ich habe heute am zweiten Tag den Engeljob entgültig geschmissen. Die einzelnen Gründe dafür und warum dieses Easterhegg diesen Titel verdient hat sind nachfolgend gelistet. Ich bitte doch zunächst darum sich ein Getränk kaltzustellen. Das wird später nötig.
Internet
Da keine Glasfaser verlegbar ist wurde das EH über Kupfer angebunden. Das führte bei 350 Besuchern nicht nur zu regelmäßigen Ausfällen des Netzzugangs sondern, sofern dieser funktionierte, auch zu unten stehenden Latenzen. (Stand 03.04 – 20:20)
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^C64 bytes from ww-in-f104.1e100.net (209.85.229.104): icmp_seq=53 ttl=53 time=186 ms
— google.de ping statistics —
53 packets transmitted, 32 received, 39% packet loss, time 77112ms
rtt min/avg/max/mdev = 157.967/996.242/4566.189/1327.742 ms, pipe 5
Angepingt wurde google.de. Ich war Stellenweise nicht dazu in der Lage per SSH auf meinen Server zuzugreifen. Die Verbindung kassierte mittendrinnen Timeouts. An Tunnneln war garnicht zu denken. Ich bin im Moment mit dem Hotel WLAN unterwegs.
Frühstück und Getränke
Die Lokation, das EineWeltHaus, war augenscheinlich an die Bedingung geknüpft, dass das Restaurant des Hauses die Bewirtung und damit auch das Frühstück übernimmt. “Frühstück” wird hier allerdings sehr eigenwillig interpretiert.
Zwei Sorten harte Brötchen (Mit sehr viel Glück gab es Ofenfrische), zwei Eimer Magerine, ein Klotz Butter, zwei große Glasschalten die eine mit Wasser gestreckte, marmeladenähnliche Stubstanz enthielten, Wurst und Käse sowie etliche Liter fettarme, haltbare Milch und Cornflakes. Weiterhin eine dünne Pampe mit schwarzer Farbe, die entferhnt an Kaffee erinnerte.
Aufgefüllt wurde das Frühstück nur hin und wieder. Lediglich Brötchen kamen Regelmäßig. Wasser oder gar Säfte gab es garnicht. Man hatte allerdings die Option diese auf eigene Kosten zu bestellen.
Engel
Als Engel war man in mehrerlei Hinsicht direkt angeschissen. Hatte man zu Beginn des Heggs Schicht, so konnte man keines der auf 100 Stück limitierten Zusatzkits erhalten. Großes Kino.
Es gab für die mehr als 20 Engel weder einen Himmel wo diese ihre Sachen sicher lagern konnten. Man musste seinen Kram also immer bei sich tragen weil Eingang erwähnt wurde das im EineWeltHaus Sachen gelegenetlich gestohlen werden. Zudem gab es keine Versorgung für die Engel (Wasser z.B.).
Die beiden Erzengel, von denen einer nur – Ich zitiere wörtlich – “selten im Club rumhängen würde”, bekamen zwar im Gegensatz zum letzten Jahr einen Engelplan auf die Reihe, allerdings schien dieser für manche Engel nur eine marginale Bedeutung zu haben. Auch wenn die beiden es das erste mal machen, so hätten die wenigstens die Dinge die auf dem Engeltreffen von ihnen als Regel definiert wurden, einhalten sollen. Dazu gehörten Beispielsweise getrennte Kassen für Tschunk und Mate an der Bar. Weder der Erzengel noch der “Barkoordinator” sind im Verlauf des gestriegen Abends mit besagter Kasser aufgetaucht.
Ein Fuckup aller erster Güte hat der besagte Barkoordinator produziert. An dieser Stelle bitte ich den geneigten Leser das eingangs erwähnte Getränk aus seiner Kühleinheit zu befreien und sich dazu Chips, Popcorn oder sonstige Kabberein zu holen.
Zunächst wurde am ersten Tag in einem Barkoordinationstreffen festgelegt wie die Schichten an diesem ersten Tag zu besetzten sind. Dabei machten wir aus ab 19:00 die Bar zu übernehmen und ab 21:00 weiterzuführen. Im weiteren Verlauf des Tages warf ich einen Blick auf den Schichtplan und stellte fest, das weder meien Freundin noch ich eingetragen waren. Vielmehr hatten sich andere den offenbar unbeschriebenen Slot geholt.
Nach einigen Querelen mit dem Barkoordinator konnten wir diese Schicht schließlich doch beginnen.
Da unsere Ablösung am Ende der besagten Schicht es nicht für nötig erachtete Termingerecht zu erscheinen und erst eine Dreiviertelstunde später alleine (!) die Bar aufsuchte, entschlossen wir uns die Bar bis um 0:30 weiterzuführen und die Schicht dann zu übergeben. Dies geschah reibungslos. Es wurde zudem vereinbart das wir am Samstag, dem zweiten Tag, die Barschichten zugunsten derjenigen, deren Schicht wir übernommen hatten, abgeben würden. Auch das war kein Problem.
Beim Blick auf den Schichtplan am heutigen Nachmittag stellte ich fest das alle unsere Barschichten von besagten Leuten gestrichen wurden. Dies schließt sowohl die Schicht heute – wie vereinbart – als auch die morgige ein. Da weder ein Gespräch mit dem Barkoordinator, noch mit dem Erzengel, noch mit der Orgakoordinatorin etwas brachte, habe ich bis auf weiteres sämtlich Schichten, inklusive der an der Kasse, aus dem Plan genommen. Es hält sich niemand an den Plan und daher gehe ich davon aus das sich jemand finden wird…nur sicher nicht mehr ich.
Shirts
Das alles wäre auch kein großes Drama gewesen, wenn wir als Engel wenigstens IRGENDETWAS für die investierte Engerie bekommen hätten. Es gab aber kein Wasser. Keinen Himmel. Nichtmal Engelshirts. Wenn ich auf einer Chaosveranstaltung arbeite anstatt meine Urlaubstage zu genießen, dann erwarte ich effektiv irgendwas als Ergebniss für die investierte Energie zu erhalten. Aber da war nichts. Nicht einmal die Barschichten wie wirklich Spaß machten und eine Art Benefit darstellten mit ich mich auch zufriedengegeben hätte.
Zwar wird es für die Engel eine “Überraschung” am Schluss geben, doch weiß ich bereits wie diese Aussehen wird. Der Fairness halber werde ich diese hier nicht preisgeben.
Was ich Lobenswert finde ich das kompetente Verhalten des einen Erzengels vor Ort (Der der “wenig im Club ist”) und das Schnitzel der Weltwirtschaft (Des erwähnten Restaurants im EineWeltHaus). Die Idee mit den Badges war ebenfalls nett. Mein Kompliment an Schneider und alle andere die das Organisiert und bereitgestellt haben. Meinen Code stelle ich später online.
Den morgigen Tag werde ich im deutschen Museum, an der Isar oder im englischen Garten verbringen. Nur ganz sicher nicht auf dem Easterhegg.
Der Chaos ERFA München hat mit diesem Easterhegg bis jetzt nur eines erfolgreich erreicht. Einen Meilenstein in meinem Eventlogbuch als schlechtestes Event das ich jemals Besucht habe. Nächstes Jahr kommt das Hegg wieder nach Hause.
Bite my shiny metal ass
Rem0te